Verstandanteportas

Die Deutsche Post oder Auf dem Postweg verloren gegangen ...

Wer hat sich nicht schon gefragt, weshalb verschwundene und erleichterte Paket- und Briefsendungen nebst Nachforschungsaufträgen bei dem Dienstleister Deutsche Post mittlerweile Gang und Gäbe sind. - Ach, die Zusammenarbeit mit zwielichtigen Subunternehmern in der Postzustellung sei schuld, meinen Sie? Gute Erklärung, sicher nicht von der Hand zu weisen.

Ich biete eine weitere aus meiner persönlichen Erlebniswelt an:

Es war ein früher Samstag Vormittag vor 4 Wochen. Ich kam gerade vom Einkaufen und traute meinen Augen nicht. Ein feister Mann auf Latschen und in Räuberzivil kramte gezielt im verwaisten Handwagen eines Postboten. Bis ich ihn erreichte, hielt er soweit ich sehen konnte bereits zwei dicke Umschläge und eine Zeitschrift in der Hand. Und es gab noch zwei weitere Typen dieses Kalibers. Einer lehnte unweit an einem Schaufenster, der andere stand auf der Straßenseite gegenüber. Gemeinsam war den beiden, dass sie die Umgebung sondierten. 

"Was soll ich nun machen", dachte ich bei mir, weitergehen wie alle anderen oder etwas unternehmen auf die Gefahr hin, eine hitzige "Morgengymnastik" mit drei schrägen Vögeln absolvieren zu müssen? Freundlichkeit, ja, Freundlichkeit ist immer gut, entschied ich:

"Entschuldigung, sind Sie der neue Postbote?"
Er sah mich kurz an, um dann weiterzukramen.
"Tragen Postboten nicht eigentlich gelb-blau?" Ich hielt dabei die berühmt berüchtigte Armlänge Abstand und behielt auch die zwei Übrigen im Auge.

Er sah mich erneut an, mein Blick dürfte schon fordernder auf ihn gewirkt haben. Jedenfalls stopfte er das, was er bereits herausgefischt hatte, zurück in den Handwagen. Was auch immer dieser Geselle nun an Sätzen formulierte, war für mich unverständlich weil fremdländisch. Es klang jedoch keinesfalls freundlich. Er machte sich über die Straße davon, im Kielwasser die beiden anderen "Herren".

Ich überlegte noch, auf den echten Postboten zu warten. Aber wozu eigentlich? Sollte ich ihn oder sie fragen, weshalb diese an sich robusten Handwagen nicht abgeschlossen sind, während die Post im Haus verteilt wird? Hätte ich etwas damit bewegt, in einem Fall von vermutlich Hunderten jeden Tag? Letztlich entschied ich mich dagegen, auch weil mir der allgemein ignorante Umgang des "Gelben Riesen" mit seinen Kunden in den Sinn kam.  - Immerhin hatte ich ja schon eine Handvoll Post gerettet.

Wenn es nach amtierenden Regierungs- und Oppositionsparteien geht, soll sich der Bürger vermutlich auch daran gewöhnen - als Teil gelebter Toleranz und kultureller Freizügigkeit. Nun, mir fallen da die Gebrüder Grimm ein, die schon zu ihrer Zeit zu berichten wussten, dass man spinnen kann soviel man will, Stroh bleibt dennoch immer Stroh. Nie wird daraus Gold werden oder gar etwas, noch wertvoller als Gold ...

Andreas Reinhardt / Beitrag v. 09.09.17

 

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